HAZ vom 16.4.12: "Sinne schärfen für die Natur" BUND-Kindergruppe gegründet

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HAZ vom 8.3.12 Günter Löke: "Der Mann mit dem Käppi"

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HAZ vom 17.2.2012: Drehscheibe für Leisetreter

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HAZ vom 27.1.2012 "Maststallstreit: Kriegsbeil begraben

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HAZ vom 8.11.2011: Maststall: Jetzt ist die Justiz am Zug

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HAZ vom 21.7.2011: BUND fasst Klagen gegen Maststall zusammen :

HAZ-21.7.11_Maststall.pdf

HAZ vom 20.5.11 "Wettstreit um das beste Konzept" (Atomausstieg):

HAZ-20-05-11_Wettstreit.pdf

HAZ 24.2.2011

Entlastung auch ohne Umgehung

BUND und VCD fordern Verzicht auf Bypass für Bundesstraße 1 bei Himmelsthür

Hildesheim (r/br). Die Stadt soll sich endgültig von der Nordumgehung verabschieden — das fordern die Kreisgruppen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Denn auch ohne die Straße führen bereits weniger Autos durch die Innenstadt — und es könnten noch weniger sein, wenn die Stadt den Vorschlägen der Verfasser des neuen Verkehrskonzeptes folge.

Die Vorsitzenden Matthias Köhler (BUND) und Doris Schupp (VCD) haben sich das Papier, das der Rat jüngst verabschiedet hat, genau angesehen. Und fühlen sich bestätigt: „Die Nordumgehung ist überflüssig“, heißt es in einer Pressemitteilung des Duos. Die Stadt habe das Vorhaben bei der Planung in den 1990er Jahren mit der Verkehrsentlastung im Zentrum begründet, besonders für die Kaiserstraße. Nach dem Bau der Umgehungsstraße sollten im Jahr 2010 noch 41 000 beziehungsweise 36 700 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sein (westlicher/ östlicher Abschnitt der Kaiserstraße). „Tatsächlich fahren dort heute ohne Umgehungsstraße sogar schon weniger Autos“, schreiben Köhler und Schupp. Im westlichen Abschnitt seien es noch 41 000, im östlichen 34 500. Der Verkehr sei auch nicht auf andere Innenstadtstraßen ausgewichen. So seien im wichtigsten parallelen innerstädtischen Straßenzug (Dammstraße-Schuhstraße-Goslarsche Straße) die Prognosen für 2010 sogar deutlich unterschritten: Die Stadt habe mit der Umgehung 20 800, 20 800 und 19 000 Autos pro Tag angepeilt. Es seien aber heute — und zwar ohne Umgehung —nur 17 500, 17 500 und 15 000.

BUND und VCD führen dies vor allem darauf zurück, dass der Verkehr, der von außen auf der B 1 nach Hildesheim strömt, in den vergangenen 15 Jahren deutlich zurückgegangen sei. Außerdem habe sich das Geschehen teilweise von innerstädtischen Geschäfts- auf Schnellstraßen und Straßen in weniger empfindlichen Bereichen, vor allem Gewerbegebieten, verlagert.

Das Oberverwaltungsgericht habe die Nordumgehung bereits 2008 für rechtswidrig erklärt, weil die Naturzerstörung in keinem Verhältnis zum geringen Nutzen stünde, erinnert Köhler. Das Verkehrskonzept zeige nun, dass es jetzt erst recht keinen Grund mehr für das Festhalten an einer überholten Planung gebe. „Alle Bemühungen, bei der EU vielleicht doch noch eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, sollten umgehend eingestellt werden."

Wie die Verfasser des Verkehrskonzeptes festgestellt hätten, habe das Warten auf Eingriffe am Stadtrand (wie die Ortsumgehung) vor dem Ergreifen innerstädtische Maßnahmen viel Zeit gekostet. Die Experten schlügen ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, die das Zentrum weiter vom Verkehr befreiten und ohne neue Straßen realisierbar seien. „Dadurch könnte das Stadtgebiet um 41 000 Fahrten pro Tag entlastet werden“, schreiben BUND und VCD. Das sei ein Vielfaches des gesamten Durchgangsverkehrs von 7600 Autos pro Tag, der theoretisch auf die Nordumgehung umgeleitet werden könnte. Diese Fahrten seien zudem tatsächlich vermieden und nicht nur ins Umland verlagert. Schupp appelliert daher an Rat und Verwaltung, sich „endlich von der überflüssigen, teuren und schädlichen Nordumgehung zu verabschieden“ und den Verkehrsentwicklungsplan zügig umzusetzen. Echter Durchgangsverkehr spiele auf der B1 ohnehin nur eine sehr geringe Rolle, der meiste Verkehr sei innerstädtisch, also hausgemacht. Gerade in Zeiten knapper Kassen sollte Hildesheim die überfällige Trendwende im Verkehr einleiten und statt teurer Straßenneubauten auf umweltfreundliche und kostengünstigere Verkehrsmittel wie Fahrrad, Fußverkehr und Öffentlichen Nahverkehr setzen.

Die Stadtverwaltung hält gleichwohl an der Umgehung fest, Es gebe keinen Auf trag des Rates, davon abzurücken, betont Stadtbaurat Dr. Kay Brummer. Außerdem sei die Umgehung auch im Zusammenhang mit der Anbindung des Gewerbegebietes Nord von Bedeutung. 

HAZ 22.1.11 Einwanderer auf leisen Sohlen

Immer mehr Wildkatzen siedeln sich im Landkreis Hildesheim an

Kreis Hildesheim (abu). Der demografische Wandel beschäftigt derzeit die Verantwortlichen in Stadt und Landkreis. So weit es um Menschen geht, treibt ihnen dieser Wandel meist die Sorgenfalten auf die Stirn. Ein ganz anderes „demografisches“ Phänomen feiern derzeit die Naturfreunde: Auf leisen Sohlen, aber unübersehbar schleicht sich die Wildkatze wieder in die hiesigen Wälder. „Sie wandern aus dem Harz zunehmend in den Landkreis Hildesheim ein“, berichtet Janina Philipp vom Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ beim BUND Niedersachsen.

Dabei streifen die Raubtiere vor allem durch den Südkreis. Über Hainberg, Heber, Harplage und Hils zieht es sie meist in Richtung Solling. Inzwischen sind Naturschützer allerdings sicher, dass sich einige Tiere auch im Hildesheimer Wald angesiedelt haben. „Der bietet Platz für bis zu zehn Wildkatzen“, erklärt der Hildesheimer BUND-Chef Matthias Köhler.

Bei ihrer Analyse verlassen sich die Tierfreunde nicht nur auf Beobachtungen von Förstern, Jägern und ehrenamtlichen Naturschützern. Zudem sind sie auch wissenschaftlich fundiert. So haben Experten Wildkatzen-Haare von sogenannten Lockstöcken abgesammelt — und zwar vor allem in den Sieben Bergen. Doch auch mit Hilfe von Fotofallen kommen die Fachleute der Wildkatze auf die Spur. Und konnten das Tier so auch im Norden Hildesheims bei den Giesener Teichen zweifelsfrei nachweisen.

Die Naturschützer bedauern aber, dass viele Wildkatzen auf dem Weg vom Harz nach Westen auf der Autobahn 7 überfahren werden. Sie hoffen nun auf die „Grünbrücke“, die im Hainberg bei Bockenem über die A7 errichtet werden soll. 

Grüne Korridore für die Wildkatze

HAZ vom 2.10.2010

 

Die scheuen Tiere brauchen Hilfe, um zu Überleben: BUND sucht Flächen zum Kaufen oder Pachten 

Bockenem (vb). Rund 500 Wildkatzen leben in Harz und Solling. Doch ihr Bestand ist gefährdet. Um das Überleben der seltenen Raubkatzen zu sichern, muss den Tieren die Möglichkeit gegeben werden, gefahrlos von einem Wald in den anderen wechseln zu können. Der BUND sucht deshalb auch in der Nähe von Bockenem Grundstücksflächen, um so genannte grüne Korridore zu schaffen.

Man muss schon Glück haben, um ein Exemplar zu entdecken - und wenn man eines sieht, weiß man es mitunter auch gar nicht so genau. Denn die Wildkatze als solche auch zu erkennen ist schwierig. Schließlich sieht das wilde Raubtier dem allgemein bekannten Haustiger frappierend ähnlich. „Die beiden Tiere zu unterscheiden ist eine durchaus heikle Angelegenheit“, weiß Janina Philip, Wildkatzen Expertin des BUND Niedersachsen. Selbst Fachleute hätten da so ihre Probleme. „Oft bringt erst eine DNA-Probe wirklich Gewissheit“, erklärt Philip. So viel kann gesagt werden: Wildkatzen haben einen buschigeren Schwanz, stärkere Ringel als Hauskatzen und oftmals eine verwaschenere Tigerzeichnung.

Janina Philip hat schon so einige Wildkatzen gesehen. Damit das auch so bleibt, kämpft sie als Koordinatorin des Projektes „Leise Pfoten - Wilde Wege“ für das Uberleben der Tiere. Ein Ziel des Projekts: Der BUND möchte unter anderem im südlichen Landkreis Flächen kaufen oder pachten, um Korridore für die Wildkatzen zu schaffen. Die Bereiche zwischen Hainberg und Heber sowie die Verbindungsflächen zwischen Heber, Vorholz, Siebenberge und Sackwald haben die Experten ins Auge gefasst. Die Korridore würden den einen Wald mit dem anderen verbinden, und der Bestand der scheuen Tiere würde sich im Idealfall wieder erholen. Wie viele Wildkatzen es in Niedersachsen noch gibt, ist laut Janina Philip schwer zu sagen. „Man schätzt, dass im Harz rund 400 und im Solling circa 120 Katzen leben.“ Für das Überleben einer Population würden aber rund 500 Individuen gebraucht, sagt Philip. Nur so könne sich der Genpool angemessen mischen — was wiederum dafür sorge, dass sich die Tiere ihrer Umwelt besser anpassen können und zum Beispiel widerstandsfähiger werden. So wie die Katzen jetzt leben, seien diese Voraussetzungen nicht gegeben. „Die Tiere, die jetzt im Harz und im Solling leben, entfernen sich genetisch immer weiter voneinander“, sagt Philip.

Die Flächen, die der BUND erwerben möchte, würden bepflanzt, um den Tieren ausreichend Deckung zu geben. Das scheue Verhalten stecke „evolutiv in den Katzen“, erklärt Philip. Weiter als 200 Meter gingen die Tiere nicht über eine Feldflur - meist ist das zu weit, um von Wald A nach Wald B zu gelangen. „Normalerweise gehen die Tiere immer am Waldrand entlang, um einen Ort zum Flüchten zu haben.“ Niemals würde die Katze durch eine Siedlung gehen, Straßen überquere sie schon mal - und bezahlt dies oft mit ihrem Leben. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Wildkatze in Deutschland ausgerottet. „Davor galten Bär, Luchs und Wolf als Konkurrenten des Menschen“, erläutert die BUND-Expertin. Dabei ernähre sich die Katze von Vögeln, Mäusen oder auch mal einem Kaninchen. Vor 250 Jahren aber erzählten sich die Menschen, die Wildkatze würde sogar Rotwild angreifen und sei mehr als einen Meter groß. „Ein Lügenkomplott“, sagt Philip.

Nun sucht der BUND Besitzer von landwirtschaftlichen Flächen, die ihr Land entweder verpachten oder verkaufen wollen. Der Umweltschutzverein zahle die normalen Preise, sagt Philip. „Wir richten uns zum Beispiel nach Bodenrichtwerten.“ Idealerweise könnte der BUND dann einen Korridor von einer Breite von 50 Metern einrichten - aber selbst 20 Meter würden schon ausreichen, um die Wildkatzen von einem Wald in den nächsten zu „lotsen". 

Janina Philip ist unter der Rufnummer 0511 / 9656912 zu erreichen.

HAZ vom 12.9.08
Titelseite

Nordumgehung gestoppt

Gericht stoppt die Nordumgehung

OVG Lüneburg erklärt Planfeststellung für rechtswidrig / Revision gegen das Urteil nicht zulässig
Hildesheim/Lüneburg (tem). Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat die Pläne für den Bau der Nordumgehung Himmelsthür gestoppt. Allerdings können die Befürworter theoretisch andere Verfahrenswege beschreiten. Das OVG begründete gestern Nachmittag sein Urteil damit, dass der Straßenbau nicht mit dem Naturschutzgebiet am Gallberg vereinbar sei. Das Vorhaben wurde als rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Eine Revision wurde nicht zugelassen.
Verärgert, enttäuscht und frustriert zeigen sich die Fraktionsvorsitzenden des Rates über das Urteil. Nur die Grünen frohlockten. Oberbürgermeister Kurt Machens will nun gemeinsam mit dem Rat nach anderen Lösungsmöglichkeiten zur Verkehrsentlastung der Innenstadt, der Nordstadt und Himmelsthürs suchen. FDP-Fraktionschef Dr. Martin Gottschlich bewertet das Urteil als einen "Schlag ins Gesicht der Menschen".

Das aktuelle Foto zeigt unten die B1, den Linnenkamp und Himmelsthür. An dem Bild wird sich so schnell nichts ändern. Foto: Gossmann


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