BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Das 1. Feldhamsterforum Niedersachsen

Mit über 80 Teilnehmern war das Forum ein voller Erfolg!

Es zeigte sich aber sehr deutlich, dass der Hamsterschutz in Niedersachsen noch großes Potential hat. Es muss schnell gehandelt werden, um den weiteren Rückgang der Feldhamster noch stoppen zu können.

Fotos der Veranstaltung:

Der Feldhamster

Der Feldhamster
Foto: Manfred Sattler

Geschütze Arten  - Weltweit setzen sich viele Menschen für sie ein und ermöglichen mit ihren Spendengeldern die Errichtung von Schutzgebiete für die letzten ihrer Art.

Artenschutz bedeutet aber auch eine große Toleranz der Menschen vor Ort, die mit Löwe, Tiger, Elefant und Co. in Nachbarschaft leben müssen. Durch die Rückkehr der Wölfe in Deutschland ist auch hier die Artenschutzdebatte in vollem Gang.

Und dann wäre da noch

der Feldhamster, heute als Vorhabensverhinderer bestens bekannt.

Schon immer hatte unser heimischer Feldhamster unter seinem schlechten Ruf zu leiden. War er früher als Nahrungskonkurrent des Menschen im Kampf um die Getreideernte gefürchtet und sogar mit einem „Kopfgeld“ versehen, waren diese Maßnahmen noch in den 70 Jahren  so wirksam, dass er  1992 innerhalb der Europäischen Union zur streng geschützten Art ernannt wurde.

Dieses brachte den Feldhamstern ihr Blockiererimage, doch ähnlich wie beim Juchtenkäfer oder Fledermäusen, kennt kaum jemand diese Tiere, ihren tatsächlichen Bestand und ihre Lebensweise genauer.

Also treten sie näher und lernen sie unseren liebenswerten „Bördeteddy“ etwas besser kennen.

„Hamsterstammbaum“

Dieser kleine Bewohner unserer Bördesteppen gehört als Säugetier der Ordnung der Nagetiere (Rodentia) an. Aus der Unterfamilie der Wühler (Cricetidae) ist er mit drei Gattungen in Europa heimisch, dabei zählt der Feldhamster zum einzigen Vertreter der Gattung  Großhamster.

„Aussehen“

Die Fellfärbung des Feldhamsters ist ein echter Hingucker. Seine gelbbraune Oberseite steht in Kontrast zu seiner fast schwarzen Unterseite, durchbrochen von mehreren weißen Flecken auf Flanken und Wange und um die Vorderbeine, sowie weißen Füßen und einer weißen Nasenspitze. Dazu ein rötliches Braun um die Schnauze und die Augen.

Bei diesem Farbspektakel ist schnell zu verstehen, warum der Feldhamster ungern im hellen Tageslicht über den Acker streift.

Bei einem Gewicht zwischen 200 und 500 g und einer Körperlänge von 20 – 35 cm hat der Hamster gut entwickelte Backentaschen und Krallen  und lange Zähne, die ständig nachwachsen.


Rotmilan, Foto: Lars Griebner

„Ein Hamsterleben“

Die meiste Zeit verbringt der Feldhamster unter der Erde in seinem Hamsterbau. Hier verbringt der Hamster auch die Winterzeit mithilfe seiner Vorratskammer. Erst im  März/April  wird der Winterbau geöffnet und der Hamster geht in den Dämmerungsstunden auf Nahrungssuche. Kurze Zeit später bringen die Hamsterdamen nach 20 Tagen den ersten Wurf zur Welt, ein zweiter folgt noch im selben Jahr.

„Feinde“

Gut geschützt liegt der Hamsterbau inmitten hoch stehender Weizenhalme. Doch dann, irgendwann im August steht die Getreidernte an und innerhalb weniger Tage gibt es kaum noch Deckung und Nahrung in der Börde und der Hamster ist sämtlichen Beutegreifern schutzlos ausgeliefert. Die Zeit des Sterbens beginnt… Ähnlich wie die Feldmaus sorgt der Hamster für einen stabilen Bestand seiner Prädatoren. Doch es sind weder Rotmilan noch Eulen, die seine Bestände so dramatisch haben einbrechen lassen. Vielmehr ist es die heutige effektive Getreideernte, die kaum noch genügend Nahrung für die Hamster übrig läßt.

Auf der Suche nach Nahrung wird der Hamster jetzt auch oft beim Überqueren der Straßen getötet und ist zudem leichte Beute für Hunde und Katzen. Mangels Deckung in der Feldflur kommen die Hamster vermehrt in die Ortschaften und Gärten und treffen dort auf diese Feinde.

Fallröhre eines Hamsterbaus
Junghamsterbau

„Der Hamsterbau“

Kreisrunde Löcher, die wie ausgestanzt aussehen zeigen an, dass hier ein Feldhamster sein Revier hat. Mit einem Durchmesser von ca. 8 cm gehen sie vertikal in die Tiefe. Diese „Fallröhre“ dient dem Feldhamster zum schnellen Abtauchen, wenn er Gefahr wittert.

Daneben weisen Sommerbaue meist noch mehrere Zugänge auf. Unter der Erde hat der Hamster sich mehrere Kammern angelegt. Neben einem Vorratsbereich und einer „Wohnkammer“ gibt es sogar einen Toilettenbereich.

Gerade Junghamster sind emsige Buddelmeister, was am Erdaushub rund um ihre Baue deutlich erkennbar ist.

„Hamster"

Im Dämmerlicht geht der Hamster auf Nahrungssuche. Neben den Körnern frisst er Kräuter, Klee, Kartoffeln und Zuckerrüben aber auch Regenwürmer und Käfer. Für seinen Wintervorrat lagert er zwischen zwei bis vier Kilo Getreide ein.

„Weiterlesen“

Mehr Infos zum Feldhamsterschutz gibt es hier.

 

„Hamstermeldungen“

Wir arbeiten an einer Übersicht über das niedersächsische Feldhamstervorkommen.

Hamster gesehen oder gefunden? 

Bitte Mail mit Funddatum und Fundort, gern GPS-Daten und auch Foto an:

                                       lipecki@feldhamster.de

Quelle: http://hildesheim.bund.net/themen_und_projekte/feldhamster/